Eine Illustration, die eine junge Frau mit dunkelblauen Haaren in einem orangefarbenen Oberteil und blauen Jeans zeigt, die im Schneidersitz sitzt und in einem Märchenbuch liest. Hinter ihr sind große, dekorative grüne Blätter und Pflanzen zu sehen.

Märchen und Demenz

Märchen sind mehr als nur Geschichten – sie sind Brücken zu Erinnerungen. Wenn wir Senioren in die Welt der Märchen entführen, aktivieren wir ihr Langzeitgedächtnis und steigern ihr allgemeines Wohlbefinden. Dieses besondere Erlebnis bietet auch dem Pflege- und Betreuungspersonal eine willkommene Entlastung. Durch das regelmäßige Eintauchen in die fantastische Märchenwelt verbessert sich die Lebensqualität aller Beteiligten – sowohl der Senioren als auch des Personals.

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Märchen und Demenz ist eine anerkannte Präventionsmaßnahme.

Vorteile

Aktivierung des Langzeitgedächtnisses
Märchen sind oft tief in unseren Kindheitserinnerungen verankert. Das Hören bekannter Geschichten kann ein Gefühl von Vertrautheit und Sicherheit schaffen.

Steigerung des Wohlbefindens und der Stimmung
Das Eintauchen in die Märchenwelt kann Freude und Entspannung auslösen, die allgemeine Lebensqualität verbessern und depressiven Verstimmungen entgegenwirken.

Reduktion von Unruhe und herausforderndem Verhalten
Durch die beruhigende und zugleich aktivierende Wirkung der Märchen können Symptome wie Unruhe oder Aggressivität reduziert werden.

Förderung sozialer Interaktionen
Märchenstunden bieten eine gemeinsame Aktivität, die das Miteinander stärkt und Isolation vorbeugt.

Stärkung kognitiver Fähigkeiten
Die Geschichten erfordern Aufmerksamkeit, regen zum Nachdenken an und wecken scheinbar vergessene Erinnerungen, was zur Erhaltung der Gedächtnisleistung beitragen kann.

Entlastung des Pflegepersonals
Wenn Demenzerkrankte durch Märchen ruhiger und zufriedener sind, bedeutet dies eine spürbare Erleichterung im Arbeitsalltag des Pflege- und Betreuungspersonals.

Emotionaler Zugang
Märchen bieten einen niedrigschwelligen Zugang zu Menschen mit Demenz, da sie die Gefühlsebene ansprechen. Diese bleibt bei Demenzerkrankten oft länger erhalten als rein kognitive Fähigkeiten.

Türöffner für Biografiearbeit
Märchen können als "Türöffner" für die Biografiearbeit dienen. Eigene Geschichten oder Erinnerungen der Teilnehmenden können wertvolle Ansatzpunkte für die individuelle Betreuung liefern.

Märchen eignen sich für Menschen in allen Stadien der Demenz. Im frühen Stadium können sie noch aktiv mitdiskutieren und eigene Assoziationen äußern. Im fortgeschrittenen Stadium steht eher das sensorische und emotionale Erleben im Vordergrund – das Gefühl von Geborgenheit und die Resonanz auf die Stimme und die Atmosphäre.